24 August, 2015

OnTour | Ruhrpott - Paddeln auf der Ruhr



Heute ist Montag und irgendwie habe ich das Gefühl, der Sommer flüstert uns schon die ersten Abschiedsworte zu. Ein Grund mehr, die letzten warmen Tage draußen zu genießen. Deshalb dachten wir uns, wir paddeln mal ne Runde auf der Ruhr. Mein Mann hat es erst vorletzten Freitag, wie jedes Jahr einmal, mit den Kollegen gemacht. Mit seiner Erfahrung im Rücken, dachte ich, das könnten wir auch mal machen. Das Wetter sollte am Wochenende toll werden, also warum nicht am Sonntag?
Und da ich finde, dass das eine grandiose Freizeitbeschäftigung für Groß und Klein ist, stelle ich den Post direkt heute online. Denn vielleicht habt ihr demnächst, sollte es nochmal so schön warm werden, auch mal Lust, die Paddel zu schwingen.





Wir starteten gestern, gefühlt mit dem ganzen Ruhrpott, gegen Mittag in Hattingen. Blauer Himmel, die Sonne lachte uns ins Gesicht und ein laues Lüftchen wehte uns um die Nase...ja ja ich weiß: Kitsch as Kitsch can, aber das Wetter war nun mal perfekt.



Sobald wir im Kanu saßen, ging es auch schon direkt zur ersten Rutsche. Ha! Wer es nicht kennt, der zeigt mir garantiert einen Vogel. Aber tatsächlich gibt es die sogenannten Bootsrutschen, die einige Meter lang das Boot ganz easy auf eine tiefere Ebene bringen. Es hat einen Touch vom Blümchen-Rafting. Na ja, mal mehr, mal weniger. Leider habe ich kein Video gedreht, weil ich Angst hatte, dass das Gerät mir aus der Hand flutscht. Und die Action-Cam hatten wir im falschen Auto liegen gelassen. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, muss man mit zwei Autos anreisen. Das eine stellt man am Ausstiegsplatz ab und fährt dann mit dem anderen zum Einstiegsplatz. Die Action-Cam lag also ganz gemütlich bei den Wechselklamotten (Jepp, man kann auch mal kentern...hihi) im ersten Auto...Tärääää. Lernt aus unseren  Fehlern. Aber falls ihr euch eine Bootsrutsche nicht vorstellen könnt, googelt einfach nach "Ruhr Bootsrutsche", da kommen einige Videos auf Youtube.

An der breiten Stelle könnt ihr die Stufe sehen und links davon die schmale Durchfahrt ist die Rutsche

Meine Angst, dass die Ruhr jetzt von Freizeit-Kanuten überschwemmt wäre, verflüchtigte sich spätestens, als wir am Ende der ersten Rutsche die ersten gekenterten und/oder in die Böschung abdriftenden Boote entdeckten. Schnell zogen wir an dem wuseligen und lustigen Chaos vorbei. Da war ich doch heilfroh, dass mein Mann schon etwas Erfahrung hatte und wir eigentlich auch ein ganz gutes Team waren. Obwohl ich manchmal den Verdacht hatte, alleine zu rudern...ist wie beim Tandemfahren. Kennt ihr, ne? Der hintere Mann kann zwischendurch schön ein Päuschen einlegen, während der Vordermann sich abstrampelt. Aber ich hatte ja noch meinen Sohn dabei, der mit seinen sieben Jahren schon richtig gut gepaddelt ist.

Die Unternehmen  fahren dem Pulk hinterher


Es war einfach wunderschön so entspannt dahinzufahren. Man mag es kaum glauben, dass man Mitten im Pott ist. Die totale Ruhe, unterbrochen vom gelegentlichen Klingeln der Fahrräder auf dem Ruhrradweg und dem entfernten Gelächter der anderen Kanuten. Meistens konnten wir die Natur jedoch allein genießen. Überall Wiesen, Felder, eine hügelige Landschaft...und das alles im satten Grün. Wir hatten Entspannung pur...wir hatten den Flow.

Hach...Überall die schönen Schwäen...und leider Massen von Gänsen, die Überall ihre Geschäfte hinterlassen


Leider hatten wir auch Pech, denn die nächsten zwei Rutschen waren gesperrt...da musste man den tonnenschweren Kanadier (so heißen diese Kanus) aus dem Wasser hieven und runtertragen. Zum Glück tummelten sich noch einige andere Kanufahrer an den Rutschen, die wir um Hilfe bitten konnten. Das hat schon etwas den Spaß geschmälert, denn das Runtersausen ist eine schöne und flotte Abwechslung, doch ändern kann man es nicht, also macht man das Beste daraus. Eine kleine Kaffeepause.

Eine der schönsten Fußgängerbrücken, die ich je gesehen habe - Futuristisch-industrieller Charme
Und nochmal aus der Nähe - An den überhängenden Stellen stehen Bänke, auf denen die Spaziergänger verweilen und uns zuwinden können

Und warum Rutschen gesperrt werden? Bei der ersten war die Naturgewalt schuld. Durch den starken Regen Anfang der vergangenen Woche hat das Hochwasser eine Anlage zerstört. Bei der zweiten allerdings haben wohl feierfreudige Menschen die Kette, mit der die Rutsche aktiviert wird, als Affenschaukel benutzt. Mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, wir denken uns jetzt mal unseren Teil...

Und sogar die Strommasten sind schön


In etwa 3 3/4 Stunden (inkl einer 45 Minuten Kaffeepause) haben wir die elf Kilometer von Hattigen bis Essen-Steele geschafft. Eine schöne Fahrt ging für meinen Geschmack viel zu schnell zu Ende. Danach haben wir uns noch in einen Biergarten gesetzt und etwas gegessen.

Und wisst ihr, was mein Sohn vor dem Einschlafen zu mir gesagt hat?

"Mama, das war heute ein guter Tag"...


1 Kommentar:

  1. Haste mich jetzt echt mit angefixt.
    Mal schauen ob die Tage das Wetter noch so gut ist, dass man das nochmal wagen kann.

    AntwortenLöschen